Versandkostenfrei in DE ab 100€

20 Jahre Erfahrung

Alle Produkte in Rohkost-Qualität

Mein Konto

Unkategorisiert

Winterdepression – Teil 1

Was ist eine Winterdepression? Eigentlich ist der Name dieses Phänomens selbsterklärend: Die Winterdepression gehört zu den saisonal auftretenden Störungen des ...

admin

Was ist eine Winterdepression?

Eigentlich ist der Name dieses Phänomens selbsterklärend: Die Winterdepression gehört zu den saisonal auftretenden Störungen des Gefühlslebens (SAD = seasonal affective disorder oder saisonal abhängige Depression). Vor allem in nördlichen Regionen Europas ist sie ein großes Thema, denn hier sind die Winter lang, kalt und dunkel. Offiziell leiden unter dieser Art der Verstimmung neun Prozent der Deutschen, wobei die Dunkelziffer hier wohl so hoch ist wie sonst auf keinem Gebiet.

Weshalb sie ausgerechnet in der dunklen Jahreszeit auftritt ist ersichtlich, aufgrund des Lichtmangels treten leichte bis mittelschwere Depressionen auf. Eine Winterdepression besteht, wenn negative Emotionen wie schwere Traurigkeit und Niedergeschlagenheit länger als zwei Wochen am Stück auftreten. So jedenfalls die Definition.
Doch ich finde, dass wir an dieser Stelle noch deutlicher reflektieren dürfen. Denn ist es für Dich in Ordnung, dass Du Dich über eine lange Zeit ‚okay‘ fühlst, aber nicht wirklich zufrieden oder glücklich bist? Bei vielen Menschen ist eine Winterdepression eine zu extreme Diagnose, doch auch mangelnde Glücksgefühle sind ein Zeichen davon, dass etwas nicht stimmt und vielleicht lohnt es sich, diesen Artikel einmal durchzulesen. 🙂

Typische depressive Symptome können die folgenden sein:

  • Erschöpfung und Energielosigkeit, fehlende Motivation bis hin zu starker Müdigkeit und einem vermehrten Schlafbedürfnis bis hin zur Schlafsucht (Hypersomnie).
    Ein Gefühl der Leere, der Machtlosigkeit und Enttäuschung herrschen vor. Man wird zynisch, verurteilend, auch sich selbst gegenüber. Das eigene Wesen verändert sich, man erkennt sich selbst nicht wieder, lässt andere nicht mehr an sich heran.
  • Die Stimmung ist gedrückt, man ist gereizt und man will sich nicht mehr treffen, zieht sich in die Isolation zurück und nimmt sich für nichts mehr Zeit, was früher Spaß gemacht hat. Auch Hobbys machen keine Freude mehr. Man bewegt sich kaum noch. So vernachlässigt man die eigene Person und soziale Kontakte.
  • Körperliche Beschwerden wie Konzentrationsstörungen, erhöhter Zuckerkonsum und Gewichtszunahme, Nervosität, Appetitmangel, Schlafstörungen.

Ein stärkeres Schlafbedürfnis und Lust auf Süßes sind im Winter nicht unbedingt ungewöhnlich, temporär können alle dieser negativen Symptome auftreten – das ist natürlich menschlich. Doch wenn diese Bedürfnisse ausarten und möglicherweise zur Belastung werden, ist es an der Zeit etwas zu unternehmen.

Und was nun?

Du hast Dich vielleicht in einigen der oben genannten Punkten wieder erkannt – doch was sollst Du jetzt unternehmen? Um gegen depressive Verstimmungen vorzugehen gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten und Wege – in diesem Artikel (Teil 1)  behandeln wir zunächst einmal die Immateriellen.

Die immateriellen Möglichkeiten

1. Hinterfragen und Ehrlichkeit

Das ist der offensichtlichste aber doch schwierigste Schritt, der aber immer an erster Stelle stehen sollte, wenn wir merken, dass es uns nicht gut geht. Denn oftmals ist das der Fall und wir wissen insgeheim warum, fühlen uns aber außerstande die Situation zu ändern und belügen uns selbst. Von einer toxischen Partnerschaft, einer unbefriedigenden Arbeit oder einer anderen anstrengenden Lebenssituation, geh in Dich und betrachte Dein Leben mit so viel Ehrlichkeit wie möglich!

Falls Dir spontan kein klarer Gedanke dazu kommt, dann nimm Dir die Zeit und beobachte Dich über den Tag – denn Deine eigenen Gedanken sind verantwortlich für Deine Stimmung. Wenn Du merkst es geht Dir schlecht, dann hinterfrage, welcher Gedanke dazu geführt hat. Beobachte Dich selbst: Wann positionierst Du Dich selbst in eine Opferrolle? Was kannst Du tun, um nicht mehr Opfer zu sein, sondern Dein Leben aktiv zu gestalten? Verlässt Du diese Rolle, fühlst Du Dich weniger ausgenutzt.

Und ja, ich weiß, der Artikel handelt von Depressionen die durch die Jahreszeit ausgelöst werden, doch oftmals werden Probleme größer, wenn auch die Umstände sich verändern – ohne Licht und Wärme lässt sich einiges schwerer tragen. Doch es ist nicht die Lösung, darauf zu warten bis sich die Umstände wieder ändern, denn dadurch schieben wir unsere Probleme nur auf. Trau Dich, mach Dein Leben lebenswert! Es ist Deins.

2. Beweg Dich!

Das ist sowohl metaphorisch als auch physisch gemeint. Bewegung im physischen Sinne ist ein ausgezeichnetes Mittel um seinen inneren Antrieb zu steigern. Besonders gut sind Jogging, Walking, Spazieren gehen und Rad fahren – oder was auch immer dir am ehesten zusagt. Die Bewegung solltest Du mindestens 30 Minuten am Stück ausüben und das drei Mal die Woche. Deine Stimmung bessert sich dadurch erheblich. Auch die Arbeit im Garten ist eine gute Selbsthilfe um Deine Depression in ihre Schranken zu Weisen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Bewegung an der frischen Luft gut tut und die trüben Gedanken vertreibt. Du tankst dabei Licht und frische Luft, die körperliche Bewegung setzt Glückshormone frei.

Außerdem solltest Du Bewegung in Deinen Kopf bringen – damit meine ich aber nicht endloses Grübeln. Ich meine damit, ein Ventil zu öffnen, sodass Du Deinen Kopf leeren kannst. Optimal ist es, wenn Du jemanden hast, dem Du Dich anvertrauen kannst. Ein ehrlicher Spiegel von außen wirkt wahre Wunder, denn die Sicht auf das eigene Leben kann sehr beschränkt sein und eine andere Perspektive bringt frischen Wind. Falls Du niemanden zum reden hast, solltest Du in Betracht ziehen Dir therapeutische Hilfe zu suchen.

Ein guter Anfang kann auch sein, wenn Du beginnst Deine Gedanken und das was Dich belastet von der Seele schreibst.

3. Zurück auf Anfang

Der Winter ist ja bekanntlicherweise die Jahreszeit der Heimkehr, der Besinnung und des in sich Gehens. Und genau das können wir jederzeit und ganz ohne große Mühen für uns nutzen. Nämlich, indem wir uns auf unseren Ursprung, auf die Natur zurückbesinnen. Die Wirkungen von Natur auf die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen hat die ökologische Psychologie¹ seit langem untersucht. Man hat die aufbauenden, ja heilenden Kräfte der Natur und des Naturerlebens, die „restorative benefits of nature“ erkannt² und die Negativwirkungen beim Fehlen von Naturkontakt – besonders bei Kindern³. Denn trotz des sonnigen Gemüts, können auch Kinder unter depressivem Verstimmungen leiden. Für Jung und Alt kann es wohltuend sein, Räume unzerstörter Natur mit ihren feinen Stimmungen und Atmosphären zu erleben, sie machen das Herz weit und sprechen alle Sinne an. Außerdem lädt die Ruhe zum reflektieren und Hinterfragen ein – vielleicht finden wir hier leichter zu uns selbst. Der Philosoph Friedrich Nietzsche sagte: „Wir sind so gern in der freien Natur, weil diese keine Meinung über uns hat.“ Die Natur ist also quasi als ein Gegenentwurf zur Kontrollwelt im technisierten Alltag. So ist es doch irgendwie logisch, dass wir von der Natur profitieren können, sie gibt uns ein Stück von uns selbst zurück.

Gleichzeitig gibt es natürlich eine recht umfangreiche Studienlage zu den positiven und therapeutischen Effekten von Natur auf die Psyche eines Menschen⁴. Denn gegenwärtig sieht man ein solches umfassendes Konzept als den modernsten Ansatz in der Psychotherapie an⁶, die damit zu einer „Humantherapie“ wird. Und dabei sind die „neuen Naturtherapien“⁷ wie Garten-, Landschafts-, Wald- und Wassertherapie, Hiking & Wilderness Therapy⁸, Forest Medicine, tiergestützte Therapie⁹ und pflanzengestützte Interventionen¹⁰ für uns wichtige, innovative Wege der Krankenbehandlung und der Förderung von Gesundheit, Wohlbefinden, biophilem Bewusstsein und einer ökosophischen Lebenshaltung¹¹, ¹².

Aus diesem Grund sind Naturerlebnisse tatsächlich schon oftmals ein Bestandteil von Depressionstherapien. Warum also nicht einfach mal in der Natur ‚baden‘ gehen?

Fazit:

Eine Depression ist nichts was man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Hab den Mut und nimm Dich selbst, Deine Bedürfnisse und Wünsche ernst. Wenn Du etwas ändern möchtest, solltest Du auch bereit sein, Dich selbst bzw. Deine Gewohnheiten und Gedankenstrukturen zu ändern und an Dir zu arbeiten.
Daher gehe ich erst in Teil 2 auf die gesundheitlichen Aspekte ein, da diese oftmals zu sehr in den Vordergrund gestellt werden aber niemals als alleinige Lösung betrachtet werden sollten.

Zum Abschluss noch einige Fragen die Du Dir hin und wieder stellen kannst: 
1. Was kann ich tun um meine Zufriedenheit wieder herzustellen und meine Situation ins Positive zu ändern?
2. Wie haben andere so eine Situation durchgestanden und geändert?
3. Wie stehe ich zu mir selbst, wie gehe ich mit mir um? Kann ich mir selbst mehr Liebe und Verständnis zeigen?
4. Wem kann ich mich anvertrauen?
5. Was würde mir in dieser Situation gut tun?
6. Möchte ich wirklich, dass es mir gut geht oder braucht ein Teil von mir das Unglücklichsein? Wenn ja, warum?


Quellen

1 Heft 2010; Stengel 2002; Soule 2010
Flade 2010; Kaplan 1989
2 Flade 2010; Kaplan 1989
3 Louv 2005; Kahn, Kellert 2002
4 Michael R. Barnes et al.: Characterizing Nature and Participant Experience in Studies of Nature Exposure for Positive Mental Health: An Integrative Review (Studie 2019)
6 Egger 2007
7 Petzold, Orth, Sieper 2014c
8 De Angelis 2013a,b
9 Buzzel, Chalquist 2009; Fine 2000; Li 2010b, 2012; Olbrich, Otterstedt 2003
10 Schneiter-Ullmann 2010
11 Wilson 1984; Olbricht 2014
12 Petzold, Orth-Petzold, Orth 2013

Product

Tools

SaaS

Copy link

Raw news

Erhalte 10% Rabatt auf deine nächste Bestellung!

Exklusive Angebote und Neuheiten direkt in deinem Postfach.

[news latter will be here]

Schreibe einen Kommentar