Wenn die Stimmung in der dunklen Jahreszeit in den Keller sinkt, dann könnte eine Winterdepression der Grund sein – willkommen im zweiten Teil dieses Artikels!
Wir haben über den psychischen Teil im vorherigen Artikel gesprochen, im Folgenden findest Du nun eine kleine Auswahl an Superfoods, die unter Umständen mehr als goldwert sein können. Denn auch wenn Superfoods nicht alle Probleme des Lebens lösen, geben sie uns die Kraft und Vitalität die wir brauchen, um klar und fokussiert durch das Leben schreiten zu können. So manches lässt sich mit einem gut versorgten Körper leichter tragen, als zuvor.
Das Sonnenvitamin
Natürlich ist hier die Rede von Vitamin D3, gewissermaßen everbodys Darling! Es ist der Wohlfühlfaktor schlechthin, leichte bis schwere Depressionen können als Ursache schlichtweg einen Vitamin D-Mangel haben.
Im Sommer legen wir uns einen Vitamin D Speicher an, je mehr Licht, desto besser! Doch grade in den nördlichen Breitengraden ist er mitunter schnell aufgebraucht, da die Sonne immer Sommer einfach nicht genug für den langen, kalten Winter ist und im Winter wartet man auf sie meist vergebens. Sobald es auf die kalte Jahreszeit zugeht, merken viele Menschen bereits eine Veränderung in der Laune. Das lässt sich zuweilen auf den ersten Abschwung des Vitamin D Spiegels zurückführen.
Einen Mangel kann man übrigens sehr leicht per Bluttest feststellen lassen.
Doch Achtung! Faktoren die es zu beachten gilt
Häufig spielt hier auch häufig Bormangel eine Rolle, denn das seltene Bor ist im Körper für die Umwandlung in die aktive Vitamin D-Form dringend notwendig und etwa im Moringablatt enthalten.
Auch Leber und Nieren sind an der Umwandlung beteiligt und können gegebenenfalls die Ursache sein, wenn sich der Vitamin D Spiegel nicht anheben lässt.
Letztlich spielt auch noch die Form des zugeführten Vitamin D eine Rolle und auch die Dosis. Dort scheiden sich allerdings die Geister. Hochdosierungen gelten aus Sicht des Staats als nicht garantiert sicher, was etwaige Nebenwirkungen betrifft. Um diese zu umgehen, ist es daher wichtig Vitamin D mit Vitamin K2 kombiniert einzunehmen, da durch Vitamin D verstärkt Kalzium aufgenommen wird.
Durch Vitamin K2 wird es dann am geplanten Zielort, nämlich den Knochen und Zähnen eingelagert, anstatt im ungünstigsten Fall in Gefäßen (Arteriosklerose), Gelenken (Arthritis) oder in den Nieren (Steinbildung).
Jedoch ist es mit dem richtigen Präparat gar nicht nötig, das schwer aufnehmbare, fettlösliche Vitamin D so extrem hoch zu dosieren. Es gibt nämlich die Möglichkeit, es in liposomaler Form aufzunehmen Vitamin D (+K2). Um die bestmögliche Aufnahme zu erzielen, nutzt das liposomale Vitamin D einen kleinen “Trick”: Phospholipide schließen das Vitamin D ein und dienen ihm als Trägerstoff. Da Phospholipide bevorzugt aufgenommen werden, wirkt das Präparat schneller und besser.
Weitere Nebenwirkungen eines Vitamin-D Mangels
Neben einer verschlechterten Stimmungslage steigt auch die Infektanfälligkeit, die Festigkeit der Knochen und Zähne leidet, auch die Muskeln werden geschwächt. Es kommt zu nächtlichen Wadenkrämpfen, die auch durch Magnesium nicht besser werden, zu Muskelzucken, zu Schwindel, Sehstörungen, Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Schmerzen im Rücken und Nacken, die nachts und bei Anstrengung schlimmer werden, Übelkeit bei Anstrengung.
Vitamin D-Mangel ist außerdem leicht ersichtlich durch Flecken und Rillen an den Fingernägeln, das kann aber auch mit Zinkmangel zusammenhängen. Typisch sind außerdem eine erhöhte Anfälligkeit für Sonnenbrand und Sonnenallergie.
Ergo: Mit einem Mangel ist nicht zu spaßen – denn hier geht’s um die Substanz.
Ein Virentief
Das Vitamin D auch auf die Anfälligkeit für grippale Infekte verringert, ist uns allen bekannt – und hier wirkt es quasi doppelt in der Prävention. Denn auch grippale Infekte selbst können als Ursache für einen Winterblues erwähnt werden.
Husten, Schnupfen und Heiserkeit sind gerade in der kalten Jahreszeit nicht wirklich selten. Doch wird man deshalb gleich verzagt und depressiv?
Ja, das ist möglich, denn virale Infekte können anhaltende Stimmungstiefs auslösen. Wer sich während und auch nach einem Infekt weinerlich, nicht umsorgt und verzweifelt fühlt, fast kindlich hilflos, weiß jedenfalls wovon die Rede ist.
Virale Infekte verursachen sogar ein für Depressionen typisches Beschwerdebild mit Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen und Schwermütigkeit. Ursache ist die Beeinflussung der Psyche durch die Aktivitäten der eigenen Immunabwehr!
Am Universitätsklinikum Freiburg fand man heraus, warum das der Fall ist: Durch ein die Virusabwehr steuerndes Protein werden die Nervenzellen im Hippocampus gehemmt. Dadurch werden sie in ihrer Fähigkeit eingeschränkt, ein Feedback zu geben. Und was soll ich sagen – genau diese verminderte Anpassungsfähigkeit der Nervenzellen findet man im Hippocampus auch bei einer Depression.
Stress ohne Ende!
Ganz typisch für die verminderte Anpassungsfähigkeit im Hippocampus bei Depression und viraler Belastung ist, dass die Ausschüttung von Stresshormonen nach akutem Stress nicht wieder gestoppt werden kann.
Oftmals ist bei Depressiven der Hippocampus auch noch verkleinert und sie haben überdies weniger stressregulierende Rezeptoren zur Verfügung, was sich mit ziemlich hoher Sicherheit auf kindliche Traumen zurückführen lässt.
Kann bei Kleinkindern nicht durch Nähe und Fürsorge der Mutter Sicherheit, Vertrauen und Wohlbefinden aufgebaut werden und/ oder es kommt zu traumatischen Erlebnissen, bilden sich auch weniger stressregulierende Rezeptoren im Hippocampus aus, deren Aktivierung den Stress beenden würde. Da wohl niemand in einer ausschließlich heilen Welt aufgewachsen ist und auch Traumen zum Leben dazu gehören, ist jeder mehr oder weniger gefährdet, depressive Phasen in seinem Leben durchzumachen.
Aber keine Bange, es Hilfe in Sicht! Und zwar im Apothekerschränkchen von Mutter Natur…
Adaptogene aus der Natur
Adaptogene sind natürliche, in Pflanzen und Pilzen vorkommende hormonähnliche Substanzen, die dem Körper dabei helfen, mit Stress umzugehen.
Denn diese Adaptogene haben die wunderbare Fähigkeit, die Produktion dieser körpereigenen Glücksbotenstoffe zu fördern und somit die übersteigerte Stressausschüttung zu verringern oder sogar abzustellen – und oftmals verfügen sie auch über eine antivirale Wirkung. Ja, es ist schon interessant, dass die Natur genau die Wirkweisen bereitstellt, die der Mensch kombiniert braucht.
Im Folgenden findest eine kleine Auswahl.
Hericium Vitalpilz regeneriert die Nerven
Der Hericium, zu deutsch auch Igelstachelbart genannt, ist ein Vitalpilz. Er kommt in unseren Breitengraden nur selten vor und würde man einen entdecken, würde man sich wohl an ihn erinnern. Denn dieser Pilz besitzt Stacheln, die ab einer bestimmten Länge wie Haare herabhängen. In China ist er als “Yamabushitake” , sprich Affenkopfpilz, bekannt und in Frankreich wird er auch als “Pom-Pom blanc” (weißer Puschel) bezeichnet.
Der Vitalpilz ist seit einigen Jahren das Objekt unterschiedlichster Forschungen, denn der Pilz stärkt das Nervensystem. Das ist für Menschen die an einer Depression leiden sehr interessant, aber auch der Effekt auf neurologisch degenerativ Krankheiten ist interessant. Die Parkinson Krankheit zum Beispiel ist eine der häufigsten Erkrankungen des Nervensystems – die Betroffenen leiden unter anderem unter Muskelzittern (Tremor). Die Ursache ist das kontinuierliche Absterben von dopaminproduzierenden Nervenzellen (dopaminerge Neuronen) und das Tragische daran ist, dass sich die Krankheit meist erst dann bemerkbar macht, wenn bereits mehr als 50% dieser Zellen abgestorben sind.
Der Hericum Vitalpilz könnte hier Abhilfe schaffen, so sehen es zumindest chinesische Forscher, die im März 2020 eine Studie veröffentlichten, die nachweisen soll, dass der Hericium Vitalpilz eben diese dopaminergen Neuronen schützen kann.
Aber dabei bleibt es nicht, der Pilz soll geschädigtes Nervengewebe regenerieren können (1), denn er regt nachweislich die Produktion von Nervenwachstumsfaktoren an. Der Nervenwachstumsfaktor reguliert und stimuliert Wachstum, Differenzierung und Überleben von Nervenzellen. Bei depressiven ist er meist vermindert.
Außerdem baut Hericium die Myelinschichten der Nerven wieder auf, sodass allein schon die Chance, überhaupt Hilfe zu finden, den Betroffenen ein Versuch mit Hericium wert sein sollte.
Übrigens: Antivirale Wirkung zeigen alle Vitalpilze, sie alle haben natürlich keine Nebenwirkungen und machen nicht abhängig!
Der Reishi Vitalpilz unterstützt die Leber
In China und Japan wird dieser Heilpilz seit Tausenden von Jahren hoch geschätzt und gilt bis heute als Symbol des Glücks und der Unsterblichkeit. Nach der traditionellen chinesischen Medizin, wird dieser Pilz eher für Menschen verwendet, die aufgrund von Frustration, unterdrückter Wut und Aggressionen mit einem Stimmungstief zu kämpfen haben. Denn genannte Emotionen belasten ein bestimmtes Organ: die Leber. Nach der traditionellen chinesischen Medizin ist aufgestaute Energie im Lebermeridian ein Hauptauslöser für Depressionen, denn in der Lebe sitze die Hun-Seele, also das Unterbewusstsein. Zwischen 1 und 3 Uhr nachts, macht uns das dann Probleme, denn das ist die Hauptzeit der Leber und wir leiden unter einem unruhigen Schlaf, Schlaflosigkeit und Alpträumen.
Die Wirkung auf die Leber und die sehr vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten werden aber nicht nur die die TCM thematisiert, der Reishi Vitalpilz gehört inzwischen zu den bestuntersuchten Heilpilzen der Welt und ist in der Studiendatenbank PubMed mit mittlerweile weit über 1000 Studien gelistet.
Die natürlichen Inhaltsstoffe helfen die Leber zu stärken und zu schützen. Aus einer Studie mit Hepatitis Patienten ging hervor, dass der Reishi vor allem in jenen Fällen hilfreich zu sein scheint, in denen die Leber noch nicht allzu schwer geschädigt war. In der chinesischen Studie wurden 355 Hepatitis-B-Patienten mit der sogenannten Wulingdan-Pille behandelt, die hauptsächlich aus dem Fruchtkörper des Reishi hergestellt wird: Bei rund 92 Prozent der Probanden verbesserten sich die vormals schlechten Leberwerte erheblich.
Spezifische Polysaccharide und Triterpene aus der grossen Familie der sekundären Pflanzenstoffe, scheinen die Hauptwirkstoffe des Pilzes zu sein. Im Reishi sind mehr als 100 verschiedene hochwirksame Polysaccharide enthalten, die aufgrund ihrer enorm virenfeindlichen Wirkung sogar vorbeugend gegen die Grippe oder andere Viruserkrankungen empfohlen werden können. Diese Polysaccharide stabilisieren das menschliche Immunsystem.
Die Triterpene schützen den Reishi selbst, zum Beispiel vor dem Befall von Mikroorganismen. In unserem Körper wirken sie stark antibakteriell, beruhigend und entzündungshemmend. Im Reishi wurden etwa 140 hochaktive Triterpene gefunden.
Cordyceps Vitalpilz
Der Cordyceps Vitalpilz kommt ursprünglich aus Tibet. Für uns ist interessant, dass er die Niere stärkt, denn die Nierenenergie steht in der chinesischen Medizin für Ängste, Depressionen, stark empfundene Leere und einem Mangel an Lebenslust.
Studien belegen, dass der Cordyceps die Abgabe von Hormonen der Nebennierenrinde, insbesondere Adrenalin, reguliert, wodurch man Stress insgesamt besser ertragen kann. Durch Stress altern Menschen früher als nötig, das hängt mit dem Überlasten der mit den Nieren verbundenen Nebennieren zusammen.
Zudem hemmt der Pilz nachweislich das Enzym Monoaminooxidase (MAO), das Serotonin, Noradrenalin und Dopamin abbaut, also unsere sogenannten Wohlfühlstoffe. Der Pilz wirkt also wie bestimmte Anti-Depressiva und kann Stimmungsschwankungen entgegenwirken. Er enthält außerdem die Aminosäure L-Tryptophan, aus der der Körper das Wohlfühlhormon Serotonin selbst aufbauen kann und balanciert die Schilddrüsenaktivitäten, die sich ebenfalls auf die Psyche auswirken.
Zu den Vitalpilzen gibt es wirklich unglaublich viel zu sagen, die Informationen die Du hier gelesen hast, sind natürlich erst der Anfang. Wer sich damit näher beschäftigen möchte, möge sich ein Buch kaufen (z.B. Heilende Pilze: Die wichtigsten Arten der Welt. Beschreibung – Inhaltsstoffe – Wirkung von Jürgen Guthmann).
Als Adaptogene kann man im Übrigen auch noch Sternanis und Rhododendron nennen. Im folgenden nenne ich dir noch einige isolierte aber nicht weniger wertvolle Wirkstoffe.
Tryptophan – Old but gold
Tryptophan kann man natürlich auch isoliert einnehmen und ich würde behaupten, dass es der Allzeit Renner und das wohl bekannteste natürliche Depressivum ist. Aber zurecht! Ein Mangel macht sich direkt als Stimmungstief bemerkbar, besteht er weiterhin, ergibt sich daraus eine Depression. Auch Angststörungen können durch Tryptophan-Mangel ausgelöst werden.
Die Sache mit dem Tryptophan ist sehr simpel und wirksam. Es ist die Vorstufe für das bereits erwähnte Serotonin. Und aus Serotonin wird Melatonin aufgebaut. Schlechter Schlaf stresst und Stress ist die Hauptursache für Tryptophan-Mangel. Da haben wir also einen netten Teufelskreis entlarvt. Stress wirkt sich übrigens hauptsächlich auf unseren Vitamin B und Magnesium Haushalt aus. Daher ist es nur logisch bei einem Trypopha- Mangel zusätzlich zu einem Vitamin B Komplex und einem guten Magnesium Präparate greifen.
Die Aminosäure Lysin
Lysin ist eine essentielle Aminosäure, die im Körper für den Muskelaufbau und den Aufbau von anderen Aminosäuren benötigt wird. Wegen ihrer L-förmigen Erscheinung heißt sie eigentlich L-Lysin, im alltäglichen Gebrauch wird sie nur Lysin genannt. Die Aminosäure trägt zur Bildung von Enzymen, Hormonen und Antikörpern bei und unterstützt zudem das Wachstum der Knochen, die Zellteilung und Wundheilung. Lysin kann nicht eigenständig vom Körper hergestellt werden und muss daher über die Nahrung aufgenommen werden oder eben durch Nahrungsergänzungsmittel hinzugeführt werden – da die Ernährung der westlichen Welt nicht unbedingt die vielseitigste ist, ist Lysin besonders zu beachten.
L-Lysin verringert die Stressanfälligkeit und wirkt sich stark auf die Psyche aus, denn es balanciert die Stresshormone Cortisol und Adrenalin. So kann es Ängste, Panikattacken, Zwangsstörungen, Phobien, Posttraumatische Belastungsstörungen und Depressionen reduzieren – es erleichtert das Gemüt, was den Einsatz bei depressiver Stimmung nahelegt. Lysin hebt den Serotonin-Spiegel und verlängert die Serotonin-Wirkung in den Nervenzellen des Gehirns, somit wirkt es antidepressiv.
Mikroalgenöl
Mikroalgeöl ist die vegan alternative zu Krillöl. Es verbessert den Gehirnstoffwechsel und alle dort ablaufenden Prozesse inklusive Energiebereitstellung und des für Stimmung und Antrieb so wichtigen Dopamin- und Serotoninspiegels. Antidepressiva erübrigen sich oft bzw. wirken sie unvergleichlich besser, wenn sie gemeinsam mit Mikroalgenöl eingenommen werden.
Fazit:
So fantastisch das alles klingen mag, ein Wunderheilmittel haben wir leider nicht parat. Und natürlich können wir nicht behaupten, dass die genannten Wirkstoffe Groß und Klein einfach so heilen können. Jeder der behauptet, dass das was er anpreist das Allheilmittel für alle Wunden und körperlichen Leiden sei, ist nicht mal ein guter Verkäufer. Denn wer sich mit dem Thema Gesundheit oder auch Mensch sein im Generellen beschäftigt hat, der weiß, wie unglaublich verschieden, vielseitig und tückisch der menschliche Körper sein kann. Nicht alle sind gleich, es gibt so viele Faktoren, die beeinflussen können wie etwas wirkt und ob es überhaupt wirkt. Aber die Erfahrung hat gezeigt, dass eine gesunde Ernährung und eine Substitution entsprechender natürlicher Stoffe ein einschlagendes Ereignis sind und gemeinsam mit viel Ehrlichkeit und psychischer Arbeit einen ganz neuen Weg eröffnen können. Was natürlich wichtig, aber gerade bei depressiven Menschen oftmals schwierig ist, ist eine kontinuierliche Einnahme. Bevor Du beurteilst, ob Dir etwas hilft oder nicht, nimm es mit der richtigen Dosis über mindestens 3-4 Wochen ein.
In diesem Sinne wünsche ich Dir gutes Gelingen.